EINLEITUNG (Forts.)

Neben unzähligen anderen Möglichkeiten seiner Zuordnung gib es zwei wesentliche Ansätze seiner Festlegung: Einerseits bezeichnet Gothic Metal die einfache Mischung von Stilmerkmalen aus der Gothic- und Metal-Szene. Das Motto: Wer etwas von beidem hat, seine Gitarren krachen lässt, dazu munter düstere Keyboards ertönen und obendrein noch vom Weltschmerz gesungen wird, der steckt schon mit einem Bein in dieser Schublade. Dieser Umgang mit dem Stilbegriff findet sich vorrangig im Gothic-Umfeld. Für den metallischen Mainstream hat sich dagegen mittlerweile eine andere Ableitung weitgehend durchgesetzt: Der Gothic Metal leitet sich nach dieser Lehre von den britischen Altvätern Paradise Lost ab, die mit ihrem Werk „Gothic” im Jahr 1991 in einer Art Urlärm die heilige Formel gefunden haben. Man nehme: Krachende Gitarren, männliches Grunzen und den engelsgleichen Gesang einer Frau. Fertig ist der Stil. Um die Dinge jetzt noch unnötig kompliziert zu machen, sei erwähnt, dass sich beide Definitionen keineswegs gegenseitig ausschließen und Überschneidungen durchaus vorkommen. Wir forschten nach den Anliegen dieser finsteren Gesellen.
Wolf Röben

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