Als in Vince Clarke, Martin Gore, Andrew Fletcher und David Gahan der Gedanke reifte, mit elektronischen Klangerzeugern Popmusik zu produzieren, waren sie noch eine vieler junger Bands aus England, die im Zuge der New Romantic-Bewegung Aussicht auf schnellen Erfolg hatten. Die revolutionär klingende, dabei aber vergleichsweise simpel arrangierte Popmusik der frühen Achtziger Jahre verhalf schillernden Künstlern und bizarren Selbstdarstellern zu Geld und Ruhm. Den wenigsten ist es allerdings gelungen, sich rechtzeitig als ernstzunehmende Musiker zu beweisen und ein Profil, welches über die Grenzen einer vorübergehenden Modeerscheinung reichte, aufzubauen.
Eine der Ikonen dieser Zeit, die auch den Sprung in die Neunziger mit Erfolg zu meistern, ja ihren Erfolg zuweilen sogar noch weiter auszubauen vermochte, waren Depeche Mode. Mit „Violator“ schufen sie 1990 einen zeitlosen Meilenstein und gleichzeitig ihr erfolgreichstes Album. Es ließ sich nur noch erahnen, daß ihnen bis kurz zuvor noch das Image einer Band von Jugendlichen für ihresgleichen anhaftete. Doch auf den Höhepunkt ihrer Karriere folgte der Absturz – in körperlicher und emotionaler Hinsicht. Der viele Jahre schwer drogenabhängige Sänger Dave Gahan überlebte mehrere Überdosen und Selbstmordversuche, Andy Fletcher wurde psychisch krank und Martin Gore stand kurz davor, die Band aufzulösen.
 
Und trotz des Ausstiegs des einzigen ausgebildeten Musikers nach einem kräftezehrenden Tourmarathon kam die Band nach langer Pause 1997 als gestärkte Einheit zurück und hat bis heute nichts von ihrem Status eingebüßt. Nach weit mehr als 40 Millionen verkauften Alben und gut 1000 Konzerten in allen Teilen der Welt werden Depeche Mode zurecht als Kultband bezeichnet, die dazu zu einer der am häufigsten genannten Quellen der Inspiration vieler Musiker zählt und durch deren Schaffen viele aktuelle Formen elektronisch basierter Musik überhaupt erst ermöglicht wurden.
 
Depeche Mode – eine Bandgeschichte, wie sie das Lehrbuch des Rock ’n’ Roll nicht besser hätte schreiben können. Ihren Verlauf, wie aus einer belächelten Teenie-Band unabhängige und künstlerisch relevante Superstars bis in die Gegenwart wurden, beleuchtet diese Chronik und versucht, eines der größten Phänomene in der Musikwelt transparenter zu machen: 22 Jahre Depeche Mode, ungeschönt in Wort und Bild.